Etappe 18: Von Treimani nach Pärnu

Tere õhtust-
mein kostenloser Zeltplatz war klasse, denn ich konnte die ganze Nacht das Plätschern der Ostsee hören, die nur ca 20 m vom Prinzenpalais 2.0 entfernt war.
Kostenlose Campingplätze hier in Estland bieten ne Menge Komfort, aber keine Waschmöglichkeiten...so bin ich raus ausm Zelt und rauf auf dem Fahrrad ungewaschen die Küste entlang gefahren. Meine gestern gefundene Küstenstraße war Balsam nach meiner gestrigen Tour. Links von mir die Ostsee (Rigaer Bucht) und alle naselang kleine Dörfer mit Holzhäuser und kleinen Kirchen. Leider war nach 20 km der Luxus wieder alles vorbei und schwupps war ich wieder auf der Via Baltica.
Hier ist an der Straße der Europafahrradweg 13 intensiv ausgeschildert, aber sie haben nach der vielen Beschilderung wohl vergessen den Radweg zu bauen...egal, so hatte ich wieder 40 km meinen halben Meter Standstreifen und durfte hoffen, dass mich die vielen Sattelschlepperfahrer auch sehen.
Ein Gutes haben aber die LKWs aber doch, denn wenn sie, gerade die mit Anhänger, an einem vorbeirauschen, dann zogen sie mich in ihrem Fahrtwind ordentlich mit. Bis zu 3km/h adhoc...das hat was...
Auf einer der vielen Raststätten kam ich mit einer kleinen spanischen Reisegruppe ins Plaudern, die über Tallinn weiter nach Sankt Petersburg wollten. Soviel zu meinen sozialen Kontakten auf dieser Via Baltica.. :-)
Nun bin ich in Pärnu, einem estnischen Touri-Ort, angekommen. Ich habe im Internet gelesen, dass der Bürgermeister von Tallinn zum Sommerbeginn den Hauptstadtschlüssel an den Bürgermeister Pärnus übergibt, denn viele Esten verbringen hier die warmen Monate. Schöne Geschichte, finde ich.
Nun werde ich, wie geplant, hier zwei ganze Tage mir die Strapazen der letzten dreieinhalb Wochen am Strand von der Sonne wegbruzzeln lassen, denn Tallinn ist nur noch knapp 150 km entfernt.
In diesem Sinne...nee, meine Passagierin ist wohl in Riga ausgestiegen und das ohne Tschüss zu sagen :-(

12.8.15 17:22, kommentieren

Etappe 17: Von Riga nach Treimani

Tere õhtust-
mein Tag in Riga war sehr schön, war im Museum und bin durch die Stadt gebummelt. Man macht dort irgendwie eine Zeitreise, denn von der mittelalterlichen Burg, die Fassaden im klassischen Jugendstil bis hin zu modernen Hochhäusern ist alles dabei. Die Letten als solches habe ich eher reserviert und leicht schnoddrig empfunden, aber ich kam klar! :-)
Heute Morgen bin ich schon recht früh los, denn die einzige Route von Riga in Richtung Estland führt über die Via Baltica und die galt es für mich zu finden.
Aus der Stadt hinaus war es sehr einfach, denn die Rigaer haben bis zu ihrer Stadtgrenze so eine Art Fahrradschnellstraße...sehr komfortabel!
Hinter der Stadtgrenze wurde es wieder etwas haarig, denn zu meiner Straße führte nur so eine Art Autobahn. Ich habe mich dann an den Rand gestellt und fieberhaft nach Alternativen gesucht, aber ich fand nix. Irgendwann überholte mich der erste, dann ganz viele Radfahrer und damit ist es in Lettland scheinbar üblich mit dem Rad auf Autobahnen zu fahren.
Der Name Via Baltica klingt romantischer, als er ist. Tatsächlich ist diese Europastraße eine hochfrequentierte Verbindungsstraße zwischen Riga und Tallinn und diese Straße muss ich nun 350 km bis zum Ziel fahren, denn zu ihr gibt es auch keine Alternative.
Anstatt nun nach den restlichen 900.000 Letten Ausschau zu halten, musste ich mich knapp hundert Kilometer auf meinen halben Meter breiten Standstreifen konzentrieren, damit mich meine geliebten LKWs nicht von der Spur brezeln.
Auch ist eine so lange Strecke auf nur einer Straße recht ungewohnt; die Abwechslungen bestanden aus alle 20 km eine Tanke und regelmäßige Entfernungsangaben. Den Supergau erlebte ich dann kurz vor der estnischen Grenze, wo eine kilometerlange Baustelle war und es noch enger weiterging.
Kurz vor der Grenze bog dann (Gott sei Dank!!!) eine Küstenstraße ab und meine heutigen letzten Kilometer bin ich beschaulich ruhig an der Ostsee entlang gefahren.
Nun bin ich in Estland auf einem Campingplatz für umsonst. Scheinbar läuft das hier irgendwie anders...bin nun sehr gespannt auf dieses Land!!
Soweit so gut? Irgendwie ja, denn die Strecke war sehr kontaktarm...diesen Eintrag schreibe ich im Übrigen am Strand bei Sonnenuntergang...herrlich!!!

11.8.15 20:54, kommentieren


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